„Wir stehlen den Tieren ihren Lebensraum“

Viele Religonen setzen sich für den Natur- und Umweltschutz ein – gemeinsam am Hambacher Wald gebetet

Interreligiöses Gebet am Hambacher Forst (c) Ursula Weyermann
So 15. Sep 2019
Ursula Weyermann

Buir/Düren/Jülich.„Eine Hand voll Erde ... schau sie dir an ... Gott sprach einst es werde ... denke daran“, lautete eine Liedzeile, die am Sonntag von Menschen unterschiedlicher Religionen gemeinsam gesungen wurde. 

Mit Blick auf den Hambacher Wald versammelten sich bei schönstem Wetter gläubige Menschen in Buir, um gemeinsam für den Natur-, Umwelt- und Tierschutz zu beten. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte der Dürener Katholikenrat. Dessen Vorsitzende, Irene Mörsch, freute sich, dass so viele Menschen unterschiedlichster Glaubensrichtungen dieser Einladung gefolgt waren. So zum Beispiel Dr. Muhammed Akdag, der von der „äußeren und der inneren Reinheit“ erzählte, die im Koran verankert sei, und aus der sich eine Verpflichtung zum Erhalt der Umwelt ableiten lasse. Nachhaltigkeit sei wichtig, sagte Akdag: „Pflanze einen Baum, selbst in der letzten Stunde vor deinem Tod.“ Und auch Büsra Yildiz von der islamischen Umweltschutzorganisation „Nour Energy“ wies auf die Verpflichtung nicht nur der Muslime zum Erhalt der Schöpfung hin und resümierte: „Und hier, in diesem wunderschönen Wald haben wir die Gelegenheit, Gott zu zeigen, dass wir verstanden haben ... dass wir den Schutz dieses Waldes als Gottesdienst verstehen. “Die Umwelt zu schützen ist eine Aufgabe, die sich aus diversen Schriften ableiten lässt. Für den Katholikenrat selbst trug Gudrun Zentis die „Geschichte der Entstehung von Himmel und Erde“ aus der Bibel vor und endete mit den Worten: „Er übertrug ihm die Aufgabe, den Garten zu pflegen und zu schützen.“ Diese Aufgabe haben sich Charlotte, Lena und Jason von der Sekundarschule Jülich auf ihre Fahnen geschrieben. Und so erzählten sie, ein Gebot lautet: Du sollst nicht stehlen, „aber wir stehlen den Tieren ihren Lebensraum.“ Und mit dem „Gebet für unsere Erde“ stimmte Pfarrer Hans-Otto von Danwitz einen Passus aus der Enzyklika 'Laudato Si' von Papst Franziskus an, geprägt von der 'Sorge um das gemeinsame Haus'. Versammelt hatten sich die Gläubigen um zwei Tapas, von Bewohnern der Fidschi-Inseln, eigens für den Hambacher Wald gestaltete Denkmale. Kathleen Battke von der Zen-Peacemaker-Gemeinschaft lud alle Anwesenden zu einer Gehmeditation ein und empfahl, dabei einen wohlwollenden Blick auf den schutzbedürftigen Wald zu richten. Und die Bahai-Gemeinschaft zitierte aus ihren Schriften, in denen der Tierschutz eine große Rolle spielt. Gastgeberin Irene Mörsch versorgte im Anschluss die Teilnehmenden noch mit Wasser und Plätzchen und zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden. Dem schloss sich dann auch Dr. Carrie Dohe an, die für die Interreligiöse Naturschutzwoche in Köln verantwortlich und froh ist, „dass auch hier an diesem legendären Wald gebetet wird“

Interreligiöses Gebet am Hambacher Forst

So 15. Sep 2019
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