Brief an Papst Franziskus

Do 12. Jan 2017
Katholikenrat Düren
Der Katholikenrat der Region Düren hat die Enzyklika LAUDATO SI begeistert aufgenommen - vielen Dank für die klare Sprache und klaren Forderungen an uns alle.

Sehr geehrter Heiliger Vater, lieber Papst Franziskus!

Der Katholikenrat der Region Düren hat die Enzyklika LAUDATO SI begeistert aufgenommen - vielen Dank für die klare Sprache und klaren Forderungen an uns alle.

Wir haben unseren neuen Bischof, Dr. Helmut Dieser, gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Inhalte der Enzyklika und unsere Verpflichtungen für dieses unser gemeinsames Haus in den Pfarren bekannter gemacht und umgesetzt werden, z.B. energetische Ausrichtung bei Umbau- und Renovierungsmaßnahmen in den kirchlichen Gebäuden.

Die Berichte über die Audienz von der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Frau Kraft, die Ihnen eine Grubenlampe - das Symbol für den inzwischen weitgehend aufgegebenen Steinkohlebergbau – überreichte, veranlasst uns, Sie auf ein großes Problem in unserer Region in Nordrheinwestfalen hinzuweisen: den Abbau und die Verstromung von Braunkohle. Das ist nicht nur – wie es in LS 165 heißt extrem umweltschädlich, sondern zerstört darüber hinaus einen naturschutzwürdigen Hainbuchen-Steineichen-Maiglöckchenwald.

Als die Entscheidung vor etwa 40 Jahren zur Abholzung dieses Waldes getroffen und damit die Umweltvorschriften außer Kraft gesetzt wurden, gab es das CO2-Problem und die  Klimaerwärmung noch nicht in der heutigen Brisanz. Außerdem waren auch die Techniken alternativer, umweltfreundlicherer Stromgewinnung noch nicht so weit fortgeschritten. Damals ging es darum, eine sichere und preisgünstige Stromversorgung zu sichern. Das Energieversorgungsunternehmen und auch die derzeitigen Regierungsparteien in Bund und
Land halten an dieser umwelt- und klimaschädlichen Politik fest; allenfalls kosmetische Änderungen werden zugelassen.

So wird die größte Narbe an unserer Erde Jahr für Jahr vergrößert. Wir haben Fotos beigefügt, die die Reste des immer noch wertvollen Waldes, die Rodungs- und Abgrabungsarbeiten und schließlich das riesige Loch von vielen km2 Größe und 500 m Tiefe mit den entsprechenden Grundwasserabsenkungen zeigen. Außerdem haben wir ein kleines Heftchen beigefügt, das Hintergrundinformationen enthält, die im Zusammenhang mit einer Ausstellung der Katholisch- Theologischen Fakultät Bonn erstellt worden ist.

Wir halten mit vielen Klimaschützern und Wissenschaftlern einen baldigen Ausstieg aus der Kohleverstromung und den Umstieg auf alternative Energien kurzfristig für möglich.

Ein deutliches Wort von Ihnen könnte uns im – so scheint es uns – ansonsten hoffnungslosen Kampf für die Erhaltung des Restes des Hambacher Forstes helfen.

Wir würden auch gerne mit einer kleinen Abordnung nach Rom kommen, um das Problem persönlich vorzutragen. Es wäre natürlich noch schöner, wenn Sie sich selber hier ein Bild
machten, welche Wunden die Braunkohletagebaue der Erde und den Menschen zufügen.

Mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand des Katholikenrates